| | 
MEINE GEBURT
Ich ward gestellt in diese Welt wurde nicht gefragt ob es mir gefällt. Ich war halt da und Gott bewahr, zu einem Jahr, da mein schönes deutsches Heimatland, in Feuer, Schutt und Asche stand.
März 1945(Vorwort aus dem Gedichtband "Sturmwind" Gedankliches Inferno )
DIE 50 ER JAHRE
Auf Schimmels Hufen schlug der Schmied, der Hammer sang dazu sein Lied, es war nicht eines nur der Pferden, nein, es waren ganze Herden, die auf Wiesen und in Gassen, ihre Vorrechte genossen. Kopfsteinpflaster allerorten, Türenklopfer an den Pforten, heißes Wasser aus der Kanne, für das Waschen in der Wanne. Waschbrett und Etagenklo, unterm Dach noch Heu und Stroh. Der Wecker war ein Hahnenschrei, Eintopf gab's mit Allerlei. Wasserpumpen, Gaslaternen, Mondscheinlieder unter Sternen. Das Idol war Peter Kraus. Rock'n Roll in jedem Haus. Die Natur war schön und reich, in jedem Wald ein Molchenteich. Menschenhohe Himbeersträucher, Traditionen und Gebräuche.
60 er Jahre: Welchen Beruf soll ich ergreifen? Im Maschinensaale schleifen? Oder in Einzelhandel rein, mehr zum Beruf fiel mir nicht ein. Man sprach soviel vom Wirtschaftswandel, ich ging nun doch zum Einzelhandel. Nach der Lehre wollte ich fort, anderen Job am anderen Ort. Als Soldat bei Pionieren, hab ich vier Jahre unterschrieben. Nun sollte mich der Zug hinbringen, in das kleine Städtchen Lingen. Also ging`s ins flache Land, als Emsland ist dies auch bekannt. Die Grundausbildung war, in dem ersten halben Jahr, etwas schönes ohnegleichen. Im Drill und Sport sich zu vergleichen. In fröhlicher Kameradenrunde, verbrachte ich manch feuchte Stunde.
70 er Jahre:
Im Verkauf war Perspektive, davon gab es zwar schon viele, der Erfolg gab mir schon recht und der Leistungswille echt. Mit gekonnten Klimmzügen, setzte ich an zu Höhenflügen. Doch irgendwo stehen immer Wände, die zu glatt sind für die Hände, und man greift auch mal daneben, man kann sich nicht mehr höher heben. Neue Ziele lagen drin, ich ging einfach nach Berlin. Nach zwei Jahren war ich`s satt, Hannover hieß die nächste Stadt. Zwei Jahre hab ich mich geplagt, ein Studium war angesagt. Betriebswirtschaft war mein Bestreben, für ein besseres Arbeitsleben. Ich ließ mich in Westfalen nieder, gute Arbeit gab es wieder, und es kam dann auch zum Schluss, was schließlich immer kommen muss. Beruf, Familie, und viel mehr, die Siebziger gaben viel her.
80er Jahre: Es sei auch hier einmal erwähnt, es gab ein schwieriges Jahrzehnt. Doch wie es immer ist im Leben, ein auf und ab wird’s immer geben. Ich will hier nicht die Neugier lichten, ich will auch hier nicht viel berichten. Irgendwann wird’s aufgeschrieben, die Verse auf das Papier getrieben. Zur Industrie der Zukunft wegen, der Außendienst war mir ein Segen. Gute Firma und Kollegen, ich blieb sehr lange dort deswegen.
90er Jahre: Arbeit, Arbeit Geldverdienen, fleißig schaffen wie die Bienen. Doch eines war ganz sicherlich, das größte im Jahrzehnt für mich. Die Mauer fiel, das Land war eins, der Osten war auch plötzlich meins. In Österreich die Berge „kraxeln“, Freunde fanden wir in Sachsen. und es fand sich bei uns ein, unser kleiner Sonnenschein. Für Lebensfreude gab es Grund, es war ein Pudel, unser Hund.
2000er Jahre: Dies Jahrzehnt ist nicht zu Ende, obwohl ich es schon besser fände, könnte die Uhr man rückwärts drehen, ich würde vieles anders sehen. Erst erkrankte ich sehr schwer, mein Gewicht wurde auch mehr. Der Tod nahm viele unserer Lieben, doch die Hoffnung ist geblieben. Wir trugen auch den Hund zu Grab, der in unseren Armen starb. Bei aller Trauer, allem Frust, geblieben ist die Lebenslust. Jetzt bin ich im Ruhestand wo ich nun vieles neue fand.
| |